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Derivate
Der Ausdruck Derivate steht in Verwandtschaft zum englischen Wort derive, was soviel wie herleiten oder ableiten bedeutet. Der Kurs bei Derivaten wird nämlich hergeleitet und ist nicht wie bei beispielsweise Aktien von Angebot und Nachfrage abhängig, sondern vielmehr von der Kursentwicklung eines anderen Finanzproduktes.



Derivate sind rechtlich gesehen Inhaberschuldverschreibungen ähnlich wie Anleihen. Ausgegeben werden sie von nationalen und internationalen Finanzinstituten, wobei der Wert des Papiers jedoch nicht vom Emittenten sondern vom gewählten Basiswert abhängig ist. Bei der Emission eines Derivates werden wie bei der Mehrzahl der Inhaberschuldverschreibung üblich, sowohl die Laufzeit als auch die Modalitäten für die Rückzahlung exakt festgelegt. Der größte Teil der Derivate weist eine begrenzte Laufzeit von bis zu vier Jahren auf. Daneben werden etliche Papiere auch ohne eine Beschränkung der Laufzeit begeben.

Wichtiger Bestandteil bei allen Derivaten ist der Basiswert, der im Englischen mit dem Ausdruck Underlying bezeichnet wird. Beim Basiswert handelt es sich um das Objekt, auf das das Derivat Bezug nimmt. Dabei kann es sich um eine Aktie oder um einen Index (z.B. DAX), aber auch um einen Rohstoff (z.B. Kaffee), einen Anleihen-Kurs oder einen Wechselkurs (z.B. Euro/Dollar) handeln. Der Kursverlauf des Basiswertes ist eng mit dem aktuellen Wert des Derivats und der Rückzahlung des Wertpapiers am Laufzeitende verbunden.

Um mit Derivaten handeln zu können, benötigen Sie lediglich ein Depot, zu dem Sie im besten Fall einen einfachen Zugang besitzen. Die überwiegende Zahl der Anleger entscheidet sich hierbei für das Internet und die Hausbank oder aber wählt ein Depot bei einer speziellen Online-Bank aus.

Falls Sie spekulative Derivate wie Optionsscheine oder K.o.-Produkte handeln wollen, so brauchen Sie hierfür die so genannte Termingeschäftsfähigkeit. Ein entsprechendes Formular bekommen Sie bei Ihrem Bankberater oder im Internet zum Downloaden. In diesem Dokument wird schriftlich festgehalten, dass Sie über alle Verlustrisiken solcher Wertpapiere durch das jeweilige Institut belehrt worden sind. Auf diese Weise schützt sich das Geldinstitut vor etwaigen Schadensersatzanforderungen durch die Investoren. Zudem sollten Sie sich genau darüber informieren, wie die einzelnen Produkte funktionieren, ansonsten drohen innerhalb kürzester Zeit enorme Verluste.

Weitere Infos zu Derivaten
Derivate

Unter einem Derivat versteht man im Finanz-und Börsenwesen ein Finanzinstrument in Form eines Vertrages zwischen zwei Parteien, der von anderen Finanzierungsinstrumenten abhängig bzw. abgeleitet wird. Basis für die abgeleiteten Finanzinstrumente sind z.B. Wertpapiere oder Kredite oder Rohstoffe, oder Indices, die zusätzliche Handels- und Spekulationsmöglichkeiten bieten. Auch nicht-ökonomische Größen, wie etwa eine Definition des Wetters, kann ein Underlying Asset sein.
Es existieren festgesetzte fixierte Verträge, wie Forwards oder Futures; Swaps, Optionen oder sogenannte OTC-Derivate, die nicht standardisiert sind und deren Produkt direkt beim Hersteller bezogen wird.
Bei Forwards handelt es sich um verpflichtende Verträge von zwei Parteien, die sich auf die Lieferung eines Gutes in der Zukunft einigen. Sollte dieses Geschäft standardisiert sein und an einer Terminbörse gehandelt werden, dann handelt es sich hierbei um Futures.
Ist das Produkt des Austausches im Vertrag ein Zahlungsstrom (Zinsen oder Währungen), so handelt es sich bei dieser Derivatform um Swaps.
Unter Optionen versteht man Derivate, bei denen zum Laufzeitende Wertpapiere, Rohstoffe oder Aktien gekauft (Call-Option) oder verkauft (Put Option) werden.
Zertifikate sind Derivate, die von der Rechtsform her eine Schuldverschreibung oder Anleihe bezeichnen. Hierbei werden aber keine regelmäßigen Zinsen erhoben, sondern komplex konstruierte Bedingungen von den Finanzdienstleistern erfunden, die sich an Aktien, Aktienkörben, Aktienindizes oder Rohstoffkursen orientieren. Zertifikatgruppen sind z.B. Tracker-, Index-, Themen-, Strategie-, Basket-, Discount-, Bonus-, Outperformance- und Express-Zertifikate.
Finanzderivate erlauben auch den Handel mit enorm hohen Summen, denn es kann z.B. mit hundertstel Prozentpunkten gehandelt werden und schnelle kurzfristige Transaktionen können vorgenommen werden. Sie werden gegenwärtig nicht selten auch von Privatinvestoren und Spekulanten genutzt. Das Internet und spezielle Softwarelösungen haben den Derivathandel nicht unwesentlich mitbestimmt und globalisiert.
OTC-(Over-The-Counter)-Produkte sind nicht standardisiert und genau auf das operative Geschäft des jeweiligen Unternehmens zugeschnitten. Ein Beispiel wäre ein Vertrag zwischen einer Bank und einem Eisenerzlieferanten, der einem Stahlunternehmen zukünftig Eisenerz aus einer Eisenerzmine liefert.
Daneben gibt es auch Derivate, die als Basiswert für andere Derivate gelten und sogenannte Derivate zweiten Grades sind.
Zinsoptionen oder Zinstermingeschäfte gehören ebenso zu den Derivaten wie Forward Rate Agreements.
Der Kurs oder Preis von Derivaten hängt vom Kurs des jeweiligen Marktgegenstandes des Handels ab, der als Basis bzw. Bezugswert (underlying) dient. Diese Preisbildung erlaubt einen fixen Preis der Handelsgegenstände, der im Vertrag aufgeführt wird und bei Laufzeitende des Derivates fällig ist.
Der Preis für Derivate ist außerdem abhängig vom Börsen oder WErtpapiermarktpreis, Zinssätzen, Erträgen oder dem Preis von Devisen.
Derivate gelten bis auf die Form von Optionen grundsätzlich nach § 19 I 1 KWG als Kredite.
Europa und die USA planen eine Regulierung des Derivate- Marktes, der immer intransparenter geworden ist und auch als Mitverantwortlicher für die Fianzkrise genannt wird. Dadurch wird die Industrie aber sowohl hinsichtlich von Wärungsgeschäften und Rohstoffhandel bilanzielle Verluste hinnehmen müssen, denn die Derivate sollen künftig mit Eigenkapital von Unternehmen unterlegt werden und über eine Clearingstelle laufen, wie es sie bei Wertpapieren bereits gibt.
Die nicht standartisierten OTC-Derivate sind besonders unübersichtlich, aber von der Industrie auch besonders gefragt und genutzt und genau diese könnte mit einer Standardisierung und Eigenkapitalunterlegung nicht mithalten und wäre nicht liquide genug.
Zwar wären Verlustrisiken durch die Standardisierung und Absicherung geringer, aber der Erwerb unmöglicher für viele Unternehmen.
Momentan sind die geplanten Änderungen aber noch durch wechselndes Personal, neue Regierungskoalition und Parlamentszusammensetzung und Amerikas Nichtentscheiden behindert.
Börsenlexikon
 
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