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Futures - Terminkontrakte
Bei den Futures handelt es sich um standardisierte Terminkontrakte (Direktgeschäfte) mit genau bestimmten Merkmalen. Eine Vertragspartei verpflichtet sich im Rahmen eines Future-Kontaktes zur Lieferung von eine definierten Menge eines „Gegenstandes“ (Finanztitel oder Rohstoff) in einer bestimmten Qualität zu einem festgelegten Preis an einen festgelegten Ort. Im Gegenzug geht die andere Vertragspartei die Verpflichtung zur Abnahme des „Gegenstandes“ ein. In Abhängigkeit vom Kontraktgegenstand unterscheidet man bei den Futures zwischen Financial Futures (Finanzkontrakte) und Commodity Futures (Warenterminkontrakte).



Gehandelt werden Futures vergleichbar mit Optionen an eigens dafür eingerichteten Terminbörsen wie zum Beispiel der EUREX (früher Deutsche Terminbörse oder DTB). Die bedeutendste Börse für Terminkontragte ist das Chicago Board of Trade (CBOT), wo vor allem Commodity Futures auf fast alle Rohstoffe gehandelt werden. Besonders wichtige - bezogen auf das Handelsvolumen - Futures werden auch an mehreren Plätzen/Orten gehandelt. Dazu gehört beispielsweise der Bund-Future, der als Zinsindikator nicht nur an der EUREX sondern auch an der Terminbörse LIFFE in London gehandelt wird.

Die physische Abnahme aus dem Kontrakt heute häufig nicht mehr erforderlich, weil im Rahmen eines Barausgleichs (Cash Settlement) nur Ausgleichszahlungen durchgeführt werden.

Wie alle anderen Preise an der Börse hängen auch die Preise am Future-Markt gewissermaßen von Angebot und Nachfrage ab. Geprägt wird dieses von den Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich der Kursentwicklung der Basiswerte, die den Futures zugrundeliegen.

Den beim Geschäftsabschluss vereinbarten Preis muss der Käufer eines Futures erst am Tag der Fälligkeit zahlen. Bis zu diesem Zeitpunkt kann er das Kapital gewinnbringend – beispielsweise in Aktien oder Anleihen – anlegen. Der Verkäufer des Futures kommt hingegen nicht in den Genuss dieses Vorteils, weil er sein Geld erst am vereinbarten Fälligkeitstag bekommt. Im Gegenzug hat er aber andere Vorteile gegenüber dem Futures-Käufer, die sich während der Laufzeit aus dem Besitz des Basiswertes ergeben. Beispielsweise zählen Dividendenerträge oder Zinszahlungen dazu, die bis zum Liefertag anfallen.
Faktoren für die Preisbildung bei Futures
Die Kurse der Futures werden durch den Kurs des Basiswertes, den Geldmarktzins, den Kapitalmarktzins und durch Dividenden beeinflusst. Wenn der Kurs für den Basiswert steigt, steigt meist der Future-Kurs ebenfalls und umgekehrt.

Der Zins, der am Geldmarkt (Markt für kurzfristige Gelder) bezahlt wird, weist in der Regel einen deutlichen Unterschied zum Zins, der am Kapitalmarkt (Markt für langfristig angelegtes Geld) auf. Dieses Renditegefälle spiegelt sich auch im Preisunterschied zwischen aktuellem Kurs des Basiswertes und Kurs für den Future wider. Es erfolgt eine Gegenüberstellung des Ertrages des Basiswertes in Form von anfallenden Zinserträgen und ggf. Dividendenerträgen und des Zinses für Anlagen am Kapitalmarkt für die Future-Laufzeit. Die Differenz, die sich daraus ergibt, wird durch einen Aufschlag beziehungsweise Abschlag des Future-Kurses gegenüber dem Kurs des Basiswertes kompensiert. Je kürzer die Laufzeit des Futures, desto geringer fällt diese Differenz aus. Am Laufzeitende sind beide Kurse nahezu identisch.

Börsenlexikon
 
Basiswerte von Futures
Futures können wie Optionsscheine mit den unterschiedlichsten Basiswerten ausgestattet sein.

Die wichtigsten Basiswerte von Futures sind:
  • Aktienindizes (z.B. DAX)
  • Anleihen
  • Anleihen-Indizes
  • Zinspapiere
  • Zinssätze
  • Währungen
  • Rohstoffe (z.B. Öl)
  • Edelmetalle

Unterschied zwischen Futures und Optionen
Im Gegensatz zu Optionen ist bei den Futures keine Prämie zu bezahlen, sondern lediglich eine Sicherheitsleistung (Margin) zu hinterlegen.

Optionskäufer haben bei einer Option keine Verpflichtung, sondern nur das Recht auf Ausübung der Option, wobei der Kontrakt beim Future für beide Seiten eine Verbindlichkeit besitzt.

Der Future muss zu einem festgelegten Zeitpunkt erfüllt werden, während bei einer Option amerikanischen Typs die Ausübung während der gesamten Laufzeit erfolgen kann.

Für die Preisbildung eines Future-Kurses ist die Volatilität nicht von Bedeutung.

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