Die Trendlinien in der technischen Analyse (Chartanalyse) Bei der Erstellung von Kursprognosen unter Zuhilfenahme von charttechnischen Methoden, findet in erster Linie eine Orientierung an so genannten Trendlinien statt. – Die Trendlinien zeigen an, ob sich der Markt aktuell in einem Aufwärtstrend oder in einem Abwärtstrend befindet. Anhand des zeitlichen Horizonts werden dabei prinzipiell drei Trendarten unterschieden:Kurzfristige Trends (meist über mehrere Wochen) Mittelfristige Trends (meist über mehrere Monate) Langfristige Trends (meist über mehrere Jahre)Ein Kennzeichen von Trends ist, dass jeder Trendkanal nach oben beziehungsweise nach unten durch die obere beziehungsweise untere Trendlinie begrenzt ist. Üblicherweise verlaufen diese beiden Linien parallel zueinander. Wenn sich der Kursverlauf der oberen Trendlinie nähert, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Umkehr des kurzfristigen Trends eintreten kann und dass es auf diese Weise zu einer Konsolidierung beziehungsweise Korrektur kommen kann. Es kann jedoch auch sein, dass sich die Kurse im weiteren Verlauf annähernd parallel zur oberen Trendlinie bewegen. Falls der Kursverlauf hingegen die untere Trendlinie erreicht, so kommt es häufig vor, dass der meistens kurzfristige Abwärtstrend beendet wird und dass es dann erneut aufwärts geht beziehungsweise eine technische Erholung erfolgt.Das Erreichen der unteren Trendlinie eines Kanals kann jedoch auch äußerst gefährlich sein und zwar in dem Fall, wenn diese Trendlinie, die als Unterstützungslinie dient, nach unten durchbrochen wird. Zu diesem Verhalten kommt es häufig, wenn sehr schlechte Nachrichten in Bezug auf den jeweiligen Wert publiziert werden oder sich eine generell ungünstige Marktlage einstellt.Wenn der Kursverlauf die Unterstützungslinie nach unten durchbrochen hat, kommt es meist zur Ausbildung eines neuen Trends - nämlich einem Abwärtstrend. Allerdings muss dieses nicht stets so sein und kann sich auch al eine so genannte Bärenfalle herausstellen, was bedeutet, dass die Kurse im Verlauf der Zeit wieder steigen, so dass sich ein neuer Aufwärtstrend anstelle eines Abwärtstrends herausbildet. Falls ein Abwärtstrend nach oben durchbrochen wird, kann die Situation für einen Wert oder Index sehr positiv sein. Nach Passage der Widerstandslinie kommt es in der Regel zur Ausbildung eines neuen Trends – nämlich einem Aufwärtstrend. Es kann sich hierbei jedoch auch um eine so genannte Bullenfalle handelt, was bedeutet, dass es im Verlauf der Zeit zu einem erneuten Fallen der Kurse kommt und sich damit ein Abwärtstrend klar abzeichnet.Die Wahrscheinlichkeit einer Bärenfalle beziehungsweise Bullenfalle nimmt ab, je weiter sich die Kurse von der Trendlinie eines Kanals nach deren Durchbruch, sei es nach oben oder nach unten, weg bewegen. Wenn sich die Kurse um etwa zehn Prozent von der Trendlinie entfernt haben, kann man in der Regel davon ausgehen, dass es nicht zum Eintreten dieser Sonderfälle kommt.
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