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Börse - Anfänge, Geschichte und Entwicklung |
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Börse
Die erste Börse wurde 1409 in der belgischen Stadt Brügge errichtet. Brügge war zu dieser Zeit ein wichtiger Platz des Welthandels, wo sich vor allem italienische Kaufleute zum Handeln trafen. An der Börse in Brügge nahm man sich schnell vielerorts ein Beispiel. In Deutschland gab es erst mehr als 100 Jahre später – im Jahr 1540 in Augsburg und Nürnberg die ersten Börsen. Die Frankfurter Börse entstand noch einmal 45 Jahre später – im Jahr 1585. Augsburg, Nürnberg und Frankfurt waren zu damaligen Zeiten bedeutende Handelsstädte. So war die berühmte Familie Fugger in Augsburg zuhause. Während dieser Zeit wurden noch keine Aktien, sondern Wechsel oder so genannte Kuxe (Anteile an Bergwerksgesellschaften) gehandelt.
Auch im belgischen Antwerpen gab es bereits im Jahr 1531 eine Börse. Antwerpen galt als zentraler Umschlagplatz für Gewürze im Mittelpunkt der Börse standen jedoch Tulpenzwiebeln. Die zur damaligen Zeit noch seltenen Blumenknollen verlockten viele Menschen zu Spekulationen. Im Jahr 1637 kam es dann zum wohl ersten Börsencrash der Geschichte und der Handel mit den Tulpenzwiebeln brach ein. – Es gab einfach zu viele Anbieter für Tulpenzwiebeln und keine Käufer mehr. Die Preise sollen damals übrigens bei bis zu ca. 50.000€ (in heutiger Währung) für eine seltene Tulpenzwiebel gelegen haben.
Der Handel von Aktien an der Börse kam erst viel später. Der Grundstein für den Aktienhandel an der Börse wurde mit der Gründung der ersten Aktiengesellschaft in den Niederlanden gelegt. - Dabei handelte es sich um einen Zusammenschluss einiger niederländischer Fernkaufleute, um gemeinsam in Ostindien mit Pfeffer zu handeln. Unter der Bezeichnung Vereinigte Ostindische Compagnie (VOC) wurde am 20.03.1602 eine Aktiengesellschaft gegründet. Alle Besitzer wurden in einem Aktienbuch notiert. Damit hatten die niederländischen Kaufleute neben dem größten Monopol der damaligen Zeit gleichzeitig auch eine eigene Börse ins Leben gerufen. Bereits nach 20 Jahren verzeichnete der Aktienkurs der VOC einen Zuwachs von satten 30 Prozent. An der Spitze der Spekulationsphase im Jahr 1720 lag der Zuwachs von sogar bei 1200 Prozent. Gut beraten waren diejenigen Aktieninhaber, die während dieser Zeit verkauften. Denn nach Fehlkalkulationen und schlechtem Management ging es danach mit der Aktie kontinuierlich abwärts. Im Jahr 1799 musste die VOC Konkurs anmelden.
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Börse
Eine Börse ist ein öffentlicher Markt (ein loses Netzwerk von wirtschaftlichen Transaktionen, die nicht einem physischen Objekt entsprechen). Beispiele von großen europäischen Börsen sind die London Stock Exchange, Bourse de Paris und die Deutsche Börse. Die Teilnehmer an der Börse reichen vom kleinen einzelnen Aktienanleger bis hin zum großen Hedge-Fonds-Händler. Der Hedge-Fonds-Händler tritt in der Regel nicht selber in Erscheinung, sondern beauftragt einen Börsenmakler. Für diese Dienstleistung des Börsenmaklers zahlen institutionelle Anleger etwa 11 Milliarden Dollar Provisionen pro Jahr. Mit einem Netzwerk von Computern kann heutzutage aber auch virtuell überall auf der Welt gehandelt werden. Das Motto "first-come-first-served" (Wer zuerst kommt, mahlt zuerst) gilt, wenn es mehrere Bieter zu einem bestimmten Preis gibt. Der Zweck einer Börse ist es also, den Austausch von Wertpapieren zwischen Käufern und Verkäufern zu erleichtern und so einen Markt (virtuell oder real) zu schaffen. Der Austausch liefert Echtzeit-Informationen über den Handel mit börsennotierten Wertpapieren, was die Preisfindung erleichtert. Handelte es sich bis vor ein paar Jahrzehnten noch um einzelnen Investoren wie reiche Geschäftsleute, sind es heute insbesondere Kapitalgesellschaften die an der Börse handeln. Käufer und Verkäufer sind weitgehend Institutionen (zum Beispiel Pensionsfonds, Versicherungen, Investmentfonds, Indexfonds, Exchange Traded Funds, Hedge Funds, Investorengruppen, Banken und andere Finanzinstitute). Die Börse ist eine der wichtigsten Quellen für die Unternehmen, um ihr Kapital - und damit ihre Liquidität - zu erhöhen. Durch die Ausgabe von Aktien des des Unternehmens in einem öffentlichen Markt, erwirbt der Käufer einen Anteil am Unternehmen und dieses kann das Kapital anlegen, etwa um neue Maschinen anzuschaffen. Allerdings kann ein Einzelkaufmann keine Aktien ausgeben, dies kann nur eine Kapitalgesellschaft. Aktionäre haben in der Regel eine Stimme für jede Aktie die sie besitzen, sie haben damit ein Stimmrecht in dem Unternehmen. Ein Aktionär mit 5.000 Aktien hat natürlich mehr Einfluss auf das Unternehmen als jemand mit nur einer Aktie. Eine Volkswirtschaft, in der die Börsenkurse ansteigen, als eine aufstrebende Wirtschaft. In der Tat ist die Börse oft der wichtigste Indikator, um die wirtschaftliche Stärke eines Landes zu bemessen. Die Aktienkurse wirken sich auch auf das Vermögen der privaten Haushalte und auf ihren Verbrauch aus. Statistiken zeigen, dass Aktien in den letzten Jahrzehnten einen immer größeren Anteil an den finanziellen Vermögenswerten der privaten Haushalte haben. Allerdings können Aktienkurse stark schwanken, in deutlichem Gegensatz zu der Stabilität der einlagengesicherten Bankeinlagen oder Anleihen. Daher sind Aktien vor allem eine langfristige Investition, da über einen längeren Zeitraum die Kursschwankungen wieder ausgeglichen werden können. Steuern werden vom Staat für die Transaktionen, Dividenden und Kursgewinne erhoben. |
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