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Devisenhandel - Währungen kaufen und verkaufen
Der Devisenhandel ist im Prinzip genauso alt wie das Geld. Seit jeher bestand der Bedarf daran, unterschiedliche Zahlungsmittel (also Währungen) gegeneinander zu tauschen. In der jüngeren Geschichte des Devisenhandels gab es im Zeitraum von 1880 bis 1939 (mit einer kurzzeitigen Unterbrechung zwischen den beiden Weltkriegen) den Goldstandard. – Der Goldstandard sicherte eine Währung durch Goldbestände. Dabei hatte man einen Anspruch auf eine bestimmte Menge Gold, wenn man einen Geldschein besaß. Das Verhältnis beim Tausch Geld gegen Gold war unveränderlich. Weil der Goldpreis weltweit mehr oder weniger gleich ist, gab es damit auch feste Wechselkurse zwischen den einzelnen Währungen.

 


Im Laufe des zweiten Weltkrieges brach das System des Goldstandards als Folge von Gelderhöhungen ohne Deckung zusammen. – Die Banken, die die Geldnoten emittierten, sorgten nicht mehr für die Absicherung des ausgegebenen Geldes durch eine entsprechende Goldmenge. Bei konstanter Goldmenge wuchs die Geldmenge an.

Nach dem Goldstandard wurde der Devisenhandel ab 1944 durch das internationale Bretton Woods Agreement bestimmt. Nun diente nicht mehr Gold als Sicherheit für eine Währung, sondern der US-Dollar. Die Währungen, die an diesem System teilnahmen, konnten zu jedem Zeitpunkt in einer relativ festen Relation zum US-Dollar getauscht werden. Auf diese Weise wurden auch die Wechselkurse zwischen den einzelnen Währungen fixiert. Bestände an US-Dollar konnten wiederum zu jedem Zeitpunkt zu einem konstanten Kurs in Gold eingetauscht werden. Eine Unze Gold entsprach 35 US-Dollar. Beim Bretton Woods Agreement war also der mit Gold hinterlegte US-Dollar die Anker- und Leitwährung. Dieses System hielt sich bis Anfang der 70er Jahre.

Nach einer Phase des Übergangs kam es zur Gründung des Europäischen Wechselkursverbundes. Dieses System wurde auch als Währungsschlange bezeichnet und wies enge Paritäten (+/- 2,5%) zwischen den einzelnen Währungen der europäischen Wirtschaftsgemeinschaft auf. Die Wechselkurse zum US-Dollar waren im Vergleich dazu allerdings schon flexibel. Im Jahr 1979 wurde der Europäische Wechselkursverbund dann vom Europäischen Währungssystem abgelöst. Beim Europäischen Währungssystem gab es keine festen Wechselkurse zwischen den europäischen Währungen mehr. Stattdessen wurden der fiktive Währungskorb ECU und fixe Relationen der einzelnen Währungen ihm gegenüber eingeführt. Um den Wert eines ECU festlegen zu können, wurde der gewichtete Durchschnitt eines bestimmten Korbes von Währungen der teilnehmenden Länder eingesetzt.

Im Jahr 1991 wurde mit dem Vertrag von Maastricht die Basis für die europäische Gemeinschaftswährung Euro geschaffen, die die nationalen Währungen der teilnehmenden Länder ersetzte. In 1999 wurde der Euro schließlich als Ersatz für den ECU eingeführt. Seitdem herrschen beim Devisenhandel unter den wichtigsten Währungen flexible Wechselkurse.


Börsenlexikon
 
Wo werden Devisen gehandelt?
Devisen werden nicht nur rund um die Uhr am globalen Devisenmarkt FOREX, sondern auch an jedem anderen größeren Börsenplatz in der Welt wie beispielsweise in New York oder auch in Frankfurt (Frankfurt Currencies) gehandelt.

Notiert werden die Devisen in Deutschland im Amtlichen Handel. Das so genannte Fixing (Einheitskurs in etwa analog zum Kassakurs bei Aktien) wird in Frankfurt mit Beteiligung der Deutschen Bundesbank gegen 13:00 Uhr ermittelt. An den weiteren deutschen Devisenbörsen Düsseldorf, München, Hamburg und Berlin wird das Fixing gleich lautend notiert.

Der Handel von Währungsfutures findet an der Terminbörse in Philadelphia praktisch rund um die Uhr statt.

Devisenhandel im Telefonverkehr

Neben dem Devisenhandel am FOREX und an den anderen bedeutenden Börsenplätzen, findet auch bei den Banken ein Handel von Devisen statt. Die Banken handeln außerhalb der Börse untereinander im Telefonverkehr.

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